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Katholische Kirche in Neheim & Voßwinkel

Abschied von der Orgel in St. Michael

Abschied von der Orgel in St. Michael

Es war ein Abend voller Erinnerungen, Musik und spürbarer Verbundenheit: Am Dienstag, 8. September, verabschiedeten sich die ehemaligen und aktuellen Organisten der Michaelskirche bei einem besonderen Konzert von der Feith-Orgel in St. Michael (zum Konzertprogramm). Die Kirche war gut gefüllt, die Atmosphäre von Beginn an emotional gespannt.

In den einleitenden Worten von Kantor Benjamin Sutorius, stand zunächst die besondere Beziehung im Mittelpunkt, die sich über viele Jahre zwischen der Gemeinde, den Organisten und „ihrer“ Orgel entwickelt hat. Für manchen begann an diesem Instrument die eigene musikalische Laufbahn: Hier wurde die erste Orgelstunde genommen, die erste Messe gespielt und über viele Stunden, Wochen, Monate und Jahre das Instrument immer besser kennengelernt.

Diese persönliche Geschichte wurde auch im musikalischen Programm spürbar. Hartwig Diehl spielte zwei Werke von Johann Sebastian Bach, die er bereits als 17-jähriger Jugendlicher bei Josef Feldmann, dem damaligen Organisten an St. Michael, im Unterricht gelernt hatte. Für einen besonderen Gänsehautmoment sorgte Andreas Todt mit seiner Improvisation über „Auld Lang Syne“ (Nehmt Abschied Brüder). Nach und nach nahm das Publikum die bekannte Melodie auf – und plötzlich erklang sie nicht mehr nur von der Orgel, sondern wurde von der ganzen Kirche mitgesummt. Ein bewegender Augenblick des gemeinsamen Abschieds.

Auch Kevin Babucke hatte für diesen Abend etwas Besonderes vorbereitet. Er komponierte eigens ein Orgelstück, das vom Geläut der Michaelskirche inspiriert ist. Anschließend spielte und sang er selbst das Lied „Vater im Himmel“. Die persönliche Darbietung berührte viele Zuhörerinnen und Zuhörer und ließ bei einigen sogar Tränen fließen. Einen ganz anderen, stillen Akzent setzte Benjamin Sutorius mit „Mad Rush“. Das Stück wurde zu einem Ruhepol des Abends und gab Raum, den eigenen Gedanken und Erinnerungen nachzuspüren.

Mit diesem Konzert wurde nicht nur ein Instrument verabschiedet. Mit dem bevorstehenden Abschied von der Kirche St. Michael verbanden sich bei vielen Besucherinnen und Besuchern persönliche Erinnerungen an Gottesdienste, Feste, Begegnungen und besondere Lebensmomente. Nach dem Konzert nutzten viele die Gelegenheit, bei einem Getränk noch in der Kirche zu verweilen. Es wurde erzählt, gelacht und in Erinnerungen geschwelgt. Dabei war deutlich zu spüren, wie groß die Verbundenheit mit diesem Ort ist.

Die Feith-Orgel wird die Kirche nach deren Profanierung am 3. Oktober verlassen. Für sie wird derzeit nach einem neuen Standort gesucht. Verhandlungen hierzu laufen; weitere Informationen sollen zu gegebener Zeit veröffentlicht werden. Der Abend in St. Michael hat gezeigt: Auch wenn sich für die Kirche und ihre Orgel ein neues Kapitel öffnet, bleiben die Erinnerungen an ihre Musik und an die Menschen, die sie zum Klingen gebracht haben. Der Live-Mitschnitt des Konzerts wird in nächster Zeit hier veröffentlicht.


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